Wir trauern um Aamir Ageeb!!!
Unterstützerkreis sudanesischer
Flüchtlinge
Unmenschliche
Abschiebepraxis in Deutschland.
Wir
trauern um Aamir Ageeb!!!
Der Sudanese Aamir Ageeb starb am
Freitag, 28.06.1999 im Flugzeug der Lufthansa. Da er sich gegen seine Abschiebung
gewehrt hatte, wurde er von zwei BGS-Beamten gefesselt, bekam einen Motorradhelm
aufgesetzt und wurde während des Startes mit dem Kopf nach unten gedrückt. Dabei
verstarb er. Aamir Ageeb wohnte in Hamburg, und stand kurz davor eine neue Arbeitsstelle
anzunehmen. Bei einem Besuch eines Karlsruher Freundes wurde ihm die Jacke gestohlen.
Als er diesen Diebstahl bei der Polizei meldete wurde er direkt in Abschiebehaft
genommen.
In diesem Land werden Menschen abgeschoben,
die begründete Angst vor Folter und Tod in ihrem Heimatland haben. Aamir Ageebs
Bruder sitzt als politischer Gefangener in Haft. Sein anderer Bruder ist während
des Bürgerkrieges gestorben. In Ländern wie der Sudan ist die Menschenrechtslage
äußerst prekär, so daß die Angst vor Abschiebung oft durchaus begründet ist!
Ein abgelehnter Asylantrag muß keineswegs
bedeuten, daß eine politische Verfolgung auszuschließen ist.
Die derzeit bestehende Abschiebepraxis
verletzt aufs gröbste die Menschenwürde. Es ist zu befürchten, daß falls die
von der Hamburger Innenbehörde angestrebte Verschärfung der Asylpraxis ausgeführt
wird, es zu einer Häufung solcher Todesfälle kommen könnte. Innenminister Schilys
Entscheidung widerständige Flüchtlinge derzeit nicht abzuschieben wurde von
der Hamburger Innenbehörde umgangen. Hamburg macht auf eigene Faust weiter.
Erst kürzlich wurde der abgelehnte Asylbewerber Murat Ercan trotz ärztlich attestierter
Suizidgefährdung per Flugzeug abgeschoben (siehe taz, 02.06.1999). Behauptungen
der Innenbehörde, diese Abschiebung sei gerechtfertigt, da ein Arzt dabei war
entsprechen nicht der Wahrheit.
Wir protestieren gegen diese
unmenschliche Abschiebepraxis!
Wir fordern eine sofortige lückenlose Aufklärung der Todesumstände von Aamir
Ageeb!
Wir fordern ein generelles Verbot der zutiefst demütigenden Praxis der Ruhigstellung
von Menschen zwecks Abschiebung!
Wir fordern die Lufthansa auf, diese katastrophale Abschiebepraxis zu boykottieren.
Wir apellieren an alle Ärztinnen und Ärzte sich an solchen menschenrechtsverletzenden
Abschiebeaktionen nicht zu beteiligen!
V.i.S.d.P. Karin Herning
/ Langenfelderstr. 75 / 22769 Hamburg
Jerry Hodges / Mittelweg 12 / 22941 Dehlingsdorf / Tel: 04532/1478